Beim Wiederladen kommt es auf Präzision an, und zwei entscheidende Faktoren sind die Einsetztiefe (Seating Depth) und die Gesamtpatronenlänge (COAL). Diese beeinflussen direkt den Druck, die Mündungsgeschwindigkeit und die Präzision. Hier sind die wichtigsten Punkte:
- CBTO statt COAL messen: CBTO (Cartridge Base to Ogive) liefert präzisere Werte, da es Schwankungen an der Geschossspitze eliminiert.
- Sprungabstand optimieren: Beginne mit einem Sprung von 0,015 Zoll und teste in Schritten von 0,005 Zoll, um die beste Präzision zu finden.
- Werkzeuge nutzen: Hochwertige Mikrometer-Seater-Dies und Bullet Comparators sind unverzichtbar für exakte Einstellungen.
- Magazinlänge beachten: Passe die COAL an, damit Patronen ins Magazin passen, ohne die Präzision zu beeinträchtigen.
- Pulverladung konstant halten: Variiere nur die Setztiefe, um klare Ergebnisse zu erhalten.
Fazit: Präzise Messmethoden wie CBTO und systematische Tests verbessern die Genauigkeit deutlich. Hochwertige Werkzeuge und regelmäßige Anpassungen sind dabei entscheidend.
COAL vs CBTO Messmethoden Vergleich - Präzision beim Wiederladen
Using the Hornady Comparator and OAL gauge to adjust bullet depth

1. CBTO statt COAL messen
Wie bereits erwähnt, ist die Messung von CBTO (Cartridge Base To Ogive) eine genauere Alternative zur herkömmlichen COAL-Messung (Cartridge Overall Length). CBTO misst die Entfernung von der Hülsenbasis bis zur Ogive – dem Punkt, an dem das Geschoss die Züge berührt. Im Gegensatz dazu bezieht sich COAL auf die Gesamtlänge der Patrone, einschließlich der Geschossspitze, die in ihrer Form und Länge um bis zu 0,64 mm variieren kann. CBTO hingegen weist nur geringe Abweichungen von etwa 0,10 mm auf [6].
Warum CBTO sinnvoller ist: Hochwertige Setzwerkzeuge greifen das Geschoss an der Ogive und nicht an der Spitze. Das bedeutet, dass die Ogive bereits der Referenzpunkt ist, wenn Du die Setztiefe einstellst [1]. Eine CBTO-Messung gibt somit exakt wieder, was Dein Setzwerkzeug tatsächlich einstellt. Mit präzisen Geschossen und Werkzeugen können Toleranzen von ±0,025 mm erreicht werden.
So funktioniert die Messung: Für CBTO-Messungen benötigst Du einen digitalen Messschieber mit einem Geschoss-Komparator. Dieser stoppt an einer definierten Stelle der Ogive [1][6]. Wichtig ist, dass Du immer denselben Komparator verwendest, da Werkzeuge verschiedener Hersteller nicht standardisiert sind und unterschiedliche Werte liefern können [1].
| Messmethode | Typische Abweichung | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|---|
| COAL | bis zu 0,64 mm | Überprüfung der Magazinlänge möglich | Ungenau durch Schwankungen an der Spitze |
| CBTO | nur 0,10 mm | Präzise und wiederholbar | Erfordert spezielles Werkzeug |
Ein entscheidender Punkt: Die Setztiefe sollte nicht von der Geschossspitze abhängen [1]. Die U.S. Army Marksmanship Unit hat festgestellt, dass CBTO-Messungen oft nur eine Abweichung von etwa 0,004 Zoll aufweisen [6].
Diese präzisen Messungen sind die Grundlage für alle weiteren Optimierungsschritte.
2. Mit 0,015 Zoll Sprung bei Hybrid-Geschossen beginnen
Hybrid-Geschosse wie der Berger 105 Hybrid kombinieren die Stärken zweier Ogiven-Designs: Sie verbinden den hohen ballistischen Koeffizienten (BC) einer Secant-Ogive mit der Setztiefen-Toleranz einer Tangent-Ogive [3][4]. Dadurch sind sie weniger anfällig für Abweichungen in der Setztiefe als herkömmliche VLD-Geschosse (Very Low Drag).
Basierend auf der genauen CBTO-Messung aus Abschnitt 1 ist ein Sprung von 0,015 Zoll (ca. 0,38 mm) ein idealer Ausgangspunkt. Dieser Wert liegt im optimalen Bereich von 0,010 bis 0,020 Zoll und bietet eine gute Balance zwischen Präzision und einem Sicherheitsabstand, um Druckspitzen zu vermeiden. Denn sobald das Geschoss die Züge berührt, kann der Kammerdruck deutlich ansteigen [3][4]. Selbst bei Match-Munition aus der Fabrik können CBTO-Abweichungen von bis zu 0,008 Zoll innerhalb einer Schachtel auftreten [4]. Mit einem Sprung von 0,015 Zoll stellst Du sicher, dass auch die längsten Patronen einer Charge nicht unbeabsichtigt die Züge berühren.
Ein zusätzlicher Vorteil dieses Abstands ist, dass sich das Geschoss beim Zünden optimal im Lauf zentriert. Das minimiert den sogenannten „Bullet Yaw" (Geschoss-Gieren) und verbessert die Präzision [3]. Glen Zediker, Autor mehrerer Fachbücher zum Thema Wiederladen, erklärt dazu:
„Most competition rifles will shoot best with bullets seated somewhere between jammed 0.020 and jumping 0.020." [3]
Wichtig: Dieser präzise Ausgangspunkt ist weniger tolerant gegenüber Lauferosion. Präzisionspatronen wie 6 mm Creedmoor oder 6 Dasher zeigen nach etwa 200 Schuss eine Vergrößerung des Sprungs um 0,008 bis 0,014 Zoll durch die Erosion des Laufes [4]. Daher ist es sinnvoll, nach den ersten Tests auch größere Sprungdistanzen auszuprobieren. Im nächsten Abschnitt erfährst Du, wie sich größere Sprungabstände auf die Präzision auswirken.
3. In 0,015-Zoll-Schritten testen, um präzise Nodes zu finden
Basierend auf dem 0,015-Zoll-Sprung aus Abschnitt 2 kannst Du mit systematischen Tests in genau dieser Schrittweite beginnen, um präzise Treffpunkt-Zonen zu identifizieren. Diese Zonen, die typischerweise zwischen 0,030 und 0,040 Zoll breit sind, lassen sich mit dieser Methode effizient abdecken. Der Bereich von 0,000 bis 0,150 Zoll wird so gründlich untersucht, ohne dass ein potenziell optimaler Bereich übersehen wird [3]. Mindestens eine Deiner Testgruppen wird dabei sicher in den optimalen Bereich fallen.
Dabei geht es jedoch nicht nur um die kleinste Gruppe, sondern vielmehr um einen breiten und stabilen Bereich, der auch fehlerverzeihend ist. Denn durch die Erosion der Züge im Lauf – etwa 0,004 bis 0,007 Zoll pro 100 Schuss – kann sich der Sprung in einem 200-Schuss-Wettkampf um bis zu 0,008 bis 0,014 Zoll vergrößern [4].
Ein Beispiel für diese Methode liefert Mark Gordon von Short Action Customs. Im April 2020 führte er umfangreiche Tests mit Berger 105gr Hybrid-Geschossen durch. Dabei testete er zehn verschiedene Gewehrkonfigurationen mit Sprungdistanzen von 0,000 bis 0,095 Zoll in 0,005-Zoll-Schritten. Das Ergebnis? Die engsten vertikalen Streuungen traten bei Sprungdistanzen von 0,070 bis 0,080 Zoll auf. Interessanterweise zeigten sich Sprünge unter 0,030 Zoll als besonders anfällig für Treffpunktverschiebungen, die durch Lauferosion verursacht wurden [4].
Wade Stuteville, Büchsenmacher und PRS-Champion, beschreibt es so:
„Usually there is another spot way back that is much wider and more forgiving... you might be able to move the jump from 0,050 to 0,100" and it shoots good everywhere." [4]
Für präzise Ergebnisse solltest Du immer mit einer konstanten Pulverladung arbeiten. So kannst Du die Auswirkungen der Setztiefe isoliert betrachten und klar interpretieren [4]. Im nächsten Schritt kannst Du den gefundenen Node durch Feinabstimmungen von ±0,002 Zoll weiter optimieren.
4. Feinabstimmung mit ±0,002-Zoll-Anpassungen
Hast du den optimalen Bereich mit 0,015-Zoll-Schritten ermittelt, geht es nun an die Feinjustierung: ±0,002-Zoll-Anpassungen sorgen für maximale Präzision. Mike Ratigan, Mitglied der Benchrest Hall of Fame, bringt es treffend auf den Punkt:
„Now and then, 2-3 thousandths change in seating depth can make the difference between average and peak accuracy." [3]
Diese Mikroanpassungen helfen, den Moment des Geschossaustritts perfekt mit dem Schwingungszyklus des Laufs abzustimmen. Bob Blaine von Berger Bullets erklärt den Prozess so:
„We are using the bullet seating depth to tune for an optimum accuracy node in the barrels vibration cycle. The goal is to have all bullets to exit the barrel in the same location in its vibration cycle!" [2]
Um diese Präzision zu erreichen, sind hochwertige Werkzeuge unverzichtbar.
Verwende einen Mikrometer-Seater-Die und einen Bullet Comparator, um den CBTO (Cartridge Base to Ogive) exakt zu messen. CBTO-Messungen sind dabei deutlich zuverlässiger als COAL (Cartridge Overall Length), da sie die Variabilität der Geschossspitzen eliminieren. Auf diese Weise passt du den Geschossaustritt präzise an den Schwingungszyklus des Laufs an und minimierst potenzielle Fehlerquellen.
Besonders bei Tests auf größere Distanzen, wie 600 bis 1.000 Meter, werden Unterschiede in der Setztiefe durch vertikale Streuungen klarer sichtbar [4]. Dabei solltest du auch die Auswirkungen der Lauferosion im Blick behalten. Überprüfe deine Einstellungen regelmäßig – etwa alle 100 bis 200 Schuss – da sich die Züge um 0,004 bis 0,007 Zoll pro 100 Schuss abnutzen können [4].
Mit sorgfältiger Überwachung und präziser Feinabstimmung erreichst du Spitzenleistungen, selbst auf lange Distanzen.
5. Verwende Ultra-Mikrometer-Seater-Dies für präzise Anpassungen
Mit Ultra-Mikrometer-Seater-Dies kannst du die Seating Depth in ±0,002-Zoll-Schritten (ca. 0,05 mm) anpassen. Diese Werkzeuge erlauben dir, Einstellungen mit einer beeindruckenden Genauigkeit von 0,001-Zoll-Inkrementen (ca. 0,025 mm) vorzunehmen. Damit schaffst du die Grundlage für präzise und konsistente Wiederladungen.
Ein entscheidender Vorteil dieser Werkzeuge ist, dass sie am Ogive des Geschosses ansetzen – einem Bereich, der eine konstante Form aufweist und so die Schwankungen an der Geschossspitze vermeidet. Da Geschossspitzen Abweichungen von bis zu 0,025 Zoll (ca. 0,64 mm) aufweisen können, ist das Ogive der verlässlichere Punkt für gleichmäßige Ergebnisse [1]. Bryan Litz von Berger Bullets betont dies eindringlich:
„If you have a CBTO dimension that varies but your COAL dimension is tight (within +/- .002) then it is most likely that your bullet is bottoming out inside the seater cone on the bullet tip. This is very bad and is to be avoided." [1]
Die präzise Skala der Ultra-Mikrometer-Seater-Dies ermöglicht reproduzierbare Einstellungen, selbst wenn du unterschiedliche Geschosschargen verwendest oder dein Lauf durch Erosion leicht verändert ist. So kannst du eine CBTO-Varianz von weniger als ±0,001 Zoll erreichen [1].
Achte darauf, dass der Seater-Die-Konus nicht auf der Geschossspitze aufliegt. Ist dein COAL (Cartridge Overall Length) zwar konstant, aber der CBTO (Cartridge Base to Ogive) schwankt, könnte dies darauf hindeuten, dass der Die auf die ungleichmäßige Spitze statt auf das Ogive drückt [1]. Eine präzise Kontrolle der Setztiefe sorgt zudem für ein gleichmäßiges Hülsenvolumen. Das wiederum führt zu konstantem Druck und einheitlichen Mündungsgeschwindigkeiten – unverzichtbar für präzises Schießen auf große Distanzen. Mit diesen Einstellungen optimierst du deine Wiederladungen perfekt für deinen Lauf.
6. Passe COAL an die Magazinlänge an
Die Länge des Magazins setzt Deiner Wiederladefreiheit klare Grenzen. Wenn Deine bevorzugte Seating Depth zu einem COAL (Cartridge Overall Length) führt, der nicht ins Magazin passt, stehen Dir zwei Optionen offen: Entweder lädst Du jede Patrone einzeln von Hand, oder Du setzt das Geschoss tiefer ein, um es magazinkompatibel zu machen[1][6].
Das tiefere Einsetzen des Geschosses hat jedoch technische Konsequenzen. Es reduziert das Hülsenvolumen, was bei gleichbleibender Pulverladung den Anfangsdruck und die Mündungsgeschwindigkeit erhöht. Daher solltest Du die Pulverladung entsprechend anpassen, um unerwünschte Druckspitzen zu vermeiden[1][9]. Besonders wichtig wird diese Anpassung, wenn der Lauf durch Verschleiß immer mehr Material verliert und der COAL dadurch an die Magazinbegrenzung stößt.
Ein weiteres Problem tritt auf, wenn Schützen versuchen, das Geschoss möglichst nah an die Laufzüge zu setzen, um Präzision zu optimieren. Dabei kann der COAL so lang werden, dass die Patrone nicht mehr ins Magazin passt[2][10]. Cal Zant von PrecisionRifleBlog.com beschreibt dieses Dilemma treffend:
"Many people start with their COAL almost maxed out in their magazine, and as their chamber throat starts to wear they are forced to choose between loss of accuracy from not being able to seat the bullet close to the rifle lands, or seating the bullet too far out to fit in the magazine." [10]
Um die richtige Magazinlänge zu ermitteln, miss die Innenlänge Deines Magazins mit einer Schieblehre. Ziehe anschließend einen Puffer von 0,010″ bis 0,020″ ab, um eine zuverlässige Zuführung zu gewährleisten[1][10]. Sollte Deine ideale Seating Depth nicht ins Magazin passen, teste den maximal möglichen COAL und arbeite Dich in 0,005″-Schritten nach unten, bis Du einen neuen Präzisionsknoten findest[2][6]. Alternativ kannst Du auch Magazine ohne vorderen Kunststoffeinsatz in Betracht ziehen, da diese oft mehr Platz für längere Patronen bieten[10].
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7. Halte die Pulverladung während der Tests konstant
Um die optimale Seating Depth zu bestimmen, solltest Du ausschließlich die Setztiefe variieren, während Zündhütchen, Hülsen und Pulverladung unverändert bleiben. Nur so kannst Du sicherstellen, dass Veränderungen der Seating Depth tatsächlich die Gruppenstreuung beeinflussen [3][9]. Jede Anpassung der Seating Depth verändert das Volumen der Hülse: Wird das Geschoss länger gesetzt, entsteht mehr Innenraum, was bei gleichbleibender Pulverladung zu einem geringeren Druck und einer niedrigeren Mündungsgeschwindigkeit führt [1][7]. Setzt Du das Geschoss hingegen tiefer, steigt der Druck entsprechend. Bryan Litz, Ballistikexperte bei Berger Bullets, beschreibt es so:
"For a given powder charge, there will be less pressure and less velocity produced because of the extra empty space [when seated long]." [1]
Wenn Du gleichzeitig Pulverladung und Seating Depth änderst, wird es unmöglich zu erkennen, welcher Faktor die Präzision beeinflusst. Sowohl die Laufharmonik als auch die Geschossgeschwindigkeit würden sich ändern, was die Ergebnisse verfälscht [7]. Indem Du die Grundlagen der CBTO-Messung anwendest, kannst Du sicherstellen, dass die Variablen sauber getrennt bleiben.
Beginne damit, eine stabile Pulverladung zu ermitteln, die konstant gute Gruppen liefert. Methoden wie Optimal Charge Weight (OCW) können dabei hilfreich sein [3]. Erst danach testest Du verschiedene Seating Depths bei exakt dieser Pulverladung, um den Präzisionsknoten zu finden [3][9]. Glen Zediker, Autor von Top-Grade AMMO, fasst es treffend zusammen:
"Determining the bullet seating depth a rifle likes best is normally 'fine tuning' that entices any stray holes to relocate on into the group." [3]
8. Überprüfe die Geschossausrichtung mit einer Konzentrizitätslehre
Nachdem Du die Feinabstimmung der Seating Depth abgeschlossen hast, steht als nächster Schritt die Überprüfung der Geschossausrichtung an. Warum? Selbst wenn die ideale Seating Depth gefunden wurde, kann ein schief gesetztes Geschoss die Präzision erheblich beeinträchtigen. Hier kommt die Konzentrizitätslehre ins Spiel: Sie misst den sogenannten Bullet Run-out – also, wie stark das Geschoss von der Mittellinie der Patronenhülse abweicht [11]. Dieser Schritt ergänzt die vorherigen Optimierungen und ist genauso wichtig wie die exakte Setztiefe.
Bob Kohl von Sinclair International bringt es auf den Punkt:
"If the case isn't properly concentric and the bullet isn't properly aligned down the center of the bore, the bullet will enter the rifling inconsistently." [11]
Um die Messung korrekt durchzuführen, lege die fertig geladene Patrone auf die Rollen der Konzentrizitätslehre. Positioniere die Messuhr am Ogive – also am Übergang von der Hülse zur Geschossfläche – und nicht an der ungleichmäßigen Spitze [6]. Drehe die Patrone langsam um 360°. Der Total Indicator Reading (TIR) zeigt an, wie groß die Abweichung ist: Werte unter 0,025 mm gelten als optimal, während Werte über 0,1 mm problematisch sind [11]. Besonders Benchrest-Schützen streben präzise Werte in diesem Bereich an [3].
Häufige Ursachen für Run-out und Tipps zur Reduzierung
Run-out entsteht oft durch:
- Ungleichmäßige Hülsenhalsdicken
- Flex im Pressenkopf
- Falsch eingestellte Setzer-Matrizen [11]
Eine einfache Methode, um den Run-out zu minimieren, besteht darin, das Geschoss zunächst nur halb in die Hülse zu setzen. Drehe die Hülse anschließend um 180 Grad und setze das Geschoss dann vollständig ein. Diese Technik kann die Abweichung deutlich reduzieren [11]. Wenn Deine Matrize dennoch regelmäßig hohe Werte produziert, könnte das Problem bereits beim Kalibrieren liegen. Ein schief ziehender Expander-Ball im Kalibriervorgang kann jede spätere Korrektur verhindern [11].
Warum Konzentrizität entscheidend ist
Ein schief gesetztes Geschoss kann nicht nur die Präzision beeinträchtigen, sondern auch den Geschossmantel beschädigen, wenn es sich im Lauf wieder begradigen muss [11]. Tony Boyer, mehrfacher Benchrest-Weltmeister, erklärt hierzu:
"When shooting with the bullet into the lands, the lands themselves straighten the bullet without forcing over-travel." [3]
Besonders bei einem größeren Jump – also dem Abstand, den das Geschoss zurücklegt, bevor es die Züge im Lauf erreicht – ist die korrekte Konzentrizität entscheidend. Ohne eine präzise Ausrichtung tritt das Geschoss ungleich in den Lauf ein, was zu unvorhersehbaren Flugbahnen führen kann.
9. Verstehe die Risiken beim Setzen nahe an die Züge
Nachdem du die Feinabstimmung deiner Setztiefe optimiert hast, ist es wichtig, auch die potenziellen Risiken zu kennen, wenn du die Geschosse zu nah an den Zügen positionierst. Diese Methode kann zwar die Zentrierung verbessern und seitliche Abweichungen (Bullet Yaw) reduzieren, birgt jedoch einige Gefahren. Der Büchsenmacher und Autor Nathan Foster erklärt:
"The projectile may arrive at the lands slightly off center if it has to travel a long way. In this instance, having the bullet close and concentric to the bore can help minimize potential bullet yaw during ignition." [3]
Ein Geschoss, das die Züge berührt oder in diese gedrückt wird, kann den Kammerdruck erheblich erhöhen. Dr. Harold Vaughn warnt:
"Seating the bullet in the case so that it contacts the rifling in the throat also increases the peak chamber pressure, which is not desirable." [3]
Dieser Druckanstieg entsteht, weil das Geschoss ohne freien Anlauf sofort gegen den Widerstand der Züge arbeiten muss. Wenn du von einem Jump (Abstand zu den Zügen) auf einen Jam (direkter Kontakt mit den Zügen) umstellst, ist es entscheidend, die Pulverladung entsprechend zu reduzieren [3]. Ein weiteres Risiko besteht darin, dass ein zu nah gesetztes Geschoss in den Zügen stecken bleibt, wenn du die Patrone entlädst. In einem solchen Fall könnte das Geschoss hängen bleiben, während sich die Hülse löst, was dazu führt, dass Pulver in das Verschlusssystem gelangt [3].
Zusätzlich ist diese Methode anfällig für Erosion. Besonders bei Präzisionskalibern wie dem 6 mm Creedmoor erodieren die Züge um 0,004 bis 0,007 Zoll (ca. 0,1 bis 0,18 mm) pro 100 Schuss [4]. Diese Erosion kann während eines Wettkampfs dazu führen, dass der Jump durch den Laufverschleiß auf bis zu 0,014 Zoll (0,36 mm) anwächst – genug, um die Präzision deiner Ladung zu beeinträchtigen [4].
Ein sicherer Ansatz ist es, mit einem Jump von 0,020 Zoll (ca. 0,5 mm) zu beginnen und die Ergebnisse systematisch zu testen. Überprüfe regelmäßig die Erosion und passe die Setztiefe alle 100–200 Schuss an, um eine konstante Präzision zu gewährleisten [4][6].
10. Finde Wiederladeausrüstung und Komponenten auf Gunfinder

Sobald die technischen Grundlagen stehen, helfen Dir die richtigen Werkzeuge dabei, das Maximum aus Deinen Einstellungen herauszuholen. Auf Gunfinder findest Du spezialisierte Händler wie Wiederladewelt24, Jagdwelt24 und Waffen Schrum [12]. Die Plattform fungiert als Kombination aus Marktplatz und Suchmaschine für Angebote verschiedener Anbieter.
In der Kategorie „Munition" gibt es den Bereich „Wiederladen", wo Du gezielt nach Präzisionswerkzeugen suchen kannst [12]. Begriffe wie Comparator, OAL Gauge oder Mikrometer Setzstempel führen Dich direkt zu hochwertigen Werkzeugen bekannter Marken [8]. Besonders für CBTO-Messungen sind Bullet Comparators ein unverzichtbares Hilfsmittel [6].
Ein großer Vorteil der Plattform: Du kannst Preise zwischen verschiedenen Händlern vergleichen. Mit der integrierten Wunschliste kannst Du teure Präzisionswerkzeuge wie Ultra-Mikrometer-Setzstempel im Auge behalten und wirst bei Preisänderungen benachrichtigt [12]. Im Outlet-Bereich warten zudem Sonderangebote auf Dich, mit denen Du hochwertige Wiederladeausrüstung günstiger erwerben kannst. So bleibt Dein Wiederladesetup nicht nur präzise, sondern auch kosteneffizient.
Zusätzlich zu den präzisen Setzeinstellungen tragen auch Markenprodukte wie Präzisionsgeschosse von Barnes, Hornady oder RWS sowie passende Hülsen zu Deinem perfekten Zielbild bei [12] [14]. Gunfinder kombiniert Marktplatz und Fachinformationen, sodass Du vor dem Kauf technische Artikel recherchieren und die passende Ausrüstung für Deine Anforderungen auswählen kannst [13].
Vergleichstabelle: Ergebnisse des Sprungdistanz-Tests
Eine Tabelle wie diese macht es einfacher, die eigenen Testergebnisse zu bewerten und die ideale Sprungdistanz für Dein Setup zu ermitteln. Hier sind konkrete Testergebnisse verschiedener Geschosstypen dargestellt. Diese Daten können Dir helfen, Deine eigenen Tests besser einzuordnen.
| Geschosstyp | Getesteter Sprungbereich | Empfohlener "Sweet Spot" | Vertikale Streuung (ES) | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Berger 105 gr Hybrid | 0,000" – 0,095" | 0,070" – 0,080" | Engste Streuung über 10 Gewehre | Weniger stabil bei 0,000"–0,010" [4] |
| Hornady 147 gr ELD-M | 0,000" – 0,095" | 0,050" – 0,065" | 0,26 MOA bei 600 Yards | Sehr konsistent bei unterschiedlichen Pulverladungen [5] |
| Tubb 115 gr DTAC | 0,000" – 0,095" | 0,075" – 0,085" | 0,3 MOA vs. 0,8 MOA bei kurzem Sprung | Ab 0,070" Sprung sehr unempfindlich [5] |
| Lapua 300 gr Scenar (.338) | Nicht angegeben | ~0,100" | 19% Genauigkeitssteigerung | Über 2.500 Schuss in 50 Gewehren getestet [4] |
Ein Sprungbereich von 0,010" bis 0,020" kann auch bei Laufabnutzung die Präzision erhalten. Scott Seigmund von Accuracy International erklärte dazu:
„The results even surprised me with an increase in accuracy of 19% with the 300 grain bullets jumping about 0.100"." [4]
Die Ergebnisse zeigen einen klaren Trend: Größere Sprungabstände zwischen 0,040" und 0,100" bieten oft mehr Toleranz als sehr enge Einstellungen. Beispielsweise verschlechterte sich bei der 115 DTAC die vertikale Streuung von 0,3 MOA auf 0,8 MOA, als der Sprung von 0,075"–0,085" auf 0,025"–0,035" reduziert wurde [4].
Ein stabiles Plateau in Deinen Messwerten ist ein gutes Zeichen. Mehrere gute Ergebnisse hintereinander deuten auf einen verlässlichen Sweet Spot hin, der auch bei Erosion des Laufs konstant bleibt. Nutze diese Erkenntnisse, um Deine Testreihen weiter zu verfeinern und die Präzision Deines Setups zu steigern.
Fazit
Die Optimierung von Seating Depth und COAL erfordert Genauigkeit, systematisches Vorgehen und die passenden Werkzeuge. Der wichtigste Tipp dabei: Messe immer CBTO statt COAL, da dies konsistentere und reproduzierbare Ergebnisse liefert. Diese Methode bildet die Grundlage für präzise Feinjustierungen.
Ein guter Startpunkt ist ein Sprungabstand von 0,010″ bis 0,015″, den Du in Schritten von 0,005″ variierst, während die Pulverladung gleich bleibt [3][8]. Mike Ratigan, Mitglied der Benchrest Hall of Fame, bringt es auf den Punkt:
„Now and then, 2-3 thousandths change in seating depth can make the difference between average and peak accuracy" [3].
Besonders auf anspruchsvollen Distanzen zahlt sich diese Feinabstimmung aus.
Setze auf Werkzeuge wie Mikrometer-Seater-Dies, Bullet Comparators und Konzentrizitätsmessgeräte, um gleichbleibende Ergebnisse zu erzielen. Achte auch darauf, dass die optimierte Patronenlänge in Dein Magazin passt – gerade bei Jagdmunition ist dies ein entscheidender Faktor [1][8].
Daten zeigen, dass moderate Sprungabstände eine höhere Toleranz gegenüber Lauferosion bieten. Ein stabiles Präzisionsplateau ist oft langlebiger und robuster als ein kurzlebiger Spitzenwert, der durch Verschleiß schnell verloren geht.
Alles, was Du für Dein Setup benötigst – von Hornady- und Berger-Geschossen bis hin zu Mikrometer-Seater-Dies und weiteren Messinstrumenten – findest Du bei Gunfinder. Diese Plattform vereinfacht die Suche nach spezialisiertem Equipment, indem sie Angebote verschiedener Händler bündelt. So kannst Du schnell und unkompliziert die passenden Tools finden, um Dein Setup weiter zu optimieren [12][15].
FAQs
Warum ist die CBTO-Messung präziser als die COAL-Messung?
Die CBTO-Messung (Cartridge Base to Ogive) bietet eine höhere Präzision, da sie die Position der Geschoss-Ogive im Verhältnis zu den Zügen im Lauf bestimmt. Diese Methode ist entscheidend, um die ideale Patronenlänge für maximale Genauigkeit und reproduzierbare Ergebnisse zu ermitteln.
Im Vergleich dazu misst die COAL-Messung (Cartridge Overall Length) lediglich die Gesamtlänge der Patrone von der Geschossspitze bis zum Patronenboden. Da die Geschossspitze in ihrer Form variieren kann, eignet sich COAL weniger gut, um die Patrone exakt an das Patronenlager oder die Laufgeometrie anzupassen.
Wie wirkt sich der Sprungabstand auf die Schießpräzision aus?
Der Sprungabstand (Bullet Jump) spielt eine entscheidende Rolle für die Präzision beim Schießen. Er bezeichnet den Abstand, den ein Geschoss zurücklegt, bevor es die Züge und Felder im Lauf berührt. Wenn der Sprungabstand optimal eingestellt ist, wird das Geschoss gleichmäßig und stabil durch den Lauf geführt – das verbessert die Treffgenauigkeit erheblich.
Ist der Sprungabstand jedoch zu groß, kann dies zu ungleichmäßiger Pulververbrennung und größeren Streukreisen führen. Ein zu kleiner Abstand wiederum macht das Laden schwieriger und kann die Funktion des Magazins beeinträchtigen. Deshalb ist es besonders wichtig, den Sprungabstand sorgfältig abzustimmen, vor allem wenn Präzision oberste Priorität hat. Probiere verschiedene Einstellungen aus, um die ideale Kombination für deine Waffe und Munition zu ermitteln.
Welche Werkzeuge benötigst Du für präzises Wiederladen?
Für das präzise Wiederladen brauchst Du einige unverzichtbare Werkzeuge, um die Sitzlänge der Geschosse exakt zu bestimmen und anzupassen. Ein COAL-Messgerät (Cartridge Overall Length) ist dabei besonders hilfreich, denn es ermöglicht Dir, die Gesamtlänge der Patrone genau zu messen und die optimale Position des Geschosses in der Kammer festzulegen. Ebenso wichtig ist ein hochwertiger Messschieber oder Kaliber, um Maße zuverlässig zu kontrollieren und reproduzierbare Ergebnisse zu erzielen.
Viele erfahrene Wiederlader setzen zusätzlich auf ein Ogive-Messgerät, um die Sitzlänge noch genauer an die spezifische Geometrie der Kammer anzupassen. Diese Werkzeuge spielen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, die Präzision Deiner Munition zu steigern und gleichzeitig eine einwandfreie Funktion im Magazin sicherzustellen. Mit der richtigen Ausstattung kannst Du die Leistung und Genauigkeit Deiner Ladungen deutlich optimieren.