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Quelle
Austria Arms
Zuletzt aktualisiert
vor etwa 13 Stunden
Beschreibung
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Die NORMA AD-LER (Anti-Drone – Long Effective Range) ist eine speziell für militärische und behördliche Counter-UAS-/Anti-Drohnen-Anwendungen entwickelte Schrotpatrone im Kaliber 12/70. Anders als klassische Jagd- oder Sportschrotmunition wurde sie gezielt darauf optimiert, kleine, schnelle FPV- und Mini-Drohnen auch auf deutlich größeren Entfernungen mit einer ausreichend dichten Schrotgarbe und hoher Restenergie zu treffen und funktionsunfähig zu machen. NORMA gibt eine maximale effektive Reichweite von bis zu 100 Metern an.
Technische Daten der NORMA AD-LER
Merkmal NORMA AD-LER
Kaliber 12/70 (12 Gauge, 2¾“)
Schrotgröße Nr. 6 / 2,7 mm
Geschossmaterial Wolfram/Tungsten
Schrotladung 34 g
Anzahl Schrotkugeln ca. 350 Stück
Mündungsgeschwindigkeit 405 m/s
Hülsenmaterial Kunststoff
Hülsenlänge 70 mm
Bodenkappenhöhe 16 mm
Herstellerangabe effektive Reichweite 0–100 m
Waffenanforderung Flinten mit 1.320-bar-Beschuss
Choke laut NORMA bis max. ½ Choke
Besonders empfohlen Benelli M4 A.I. Drone Guardian
Die grundlegenden Werte – 34-g-Ladung, 2,7-mm-Wolframschrot und 405 m/s – stammen direkt von NORMA.
Warum Wolfram?
Der entscheidende Unterschied zur üblichen Schrotpatrone liegt im Geschossmaterial. Wolfram besitzt eine außergewöhnlich hohe Dichte und Härte. Dadurch kann eine relativ kleine Schrotkugel eine hohe Masse und damit vergleichsweise viel kinetische Energie mitführen.
Für die Drohnenabwehr ist das besonders interessant: Kleine Schrote erzeugen eine große Anzahl von Projektilen und damit eine dichte Trefferverteilung, verlieren normalerweise aber relativ schnell Geschwindigkeit und Energie. Gröbere Schrote besitzen dagegen mehr Energie, reduzieren jedoch die Anzahl der Projektile und damit die Trefferwahrscheinlichkeit.
NORMA versucht mit den 2,7-mm-Wolframprojektilen einen Mittelweg zu erreichen: rund 350 einzelne Projektile erzeugen eine dichte Garbe, während das schwere und harte Wolframmaterial eine höhere Restwirkung gegen Propeller, Motoren, Elektronik, Akkus und tragende Strukturen einer Drohne ermöglicht. Die Entwicklungsversuche ergaben laut Berichten, dass Nr.-6-Wolframschrot den besten Kompromiss zwischen Trefferwahrscheinlichkeit und Zielwirkung darstellte.
Ein weiterer Vorteil ist die Härte. Weiches Bleischrot kann beim Abschuss deformiert werden. Unregelmäßig verformte Schrote weisen schlechtere aerodynamische Eigenschaften auf und können die Schrotgarbe auf größere Entfernung stärker auseinanderziehen. Hartes Wolframschrot behält seine Form wesentlich besser, was zusammen mit einem darauf abgestimmten Wad-/Schrotbechersystem eine gleichmäßigere Garbe auf größere Entfernung ermöglichen soll.
Unterschied zu herkömmlicher Schrotmunition
Eine normale Sport- oder Jagdpatrone ist primär für ihre jeweilige jagdliche oder sportliche Anwendung optimiert. Bei der Drohnenabwehr besteht dagegen ein ungewöhnliches ballistisches Problem: Ein kleines, schnell bewegliches Luftziel muss getroffen werden, gleichzeitig muss wenigstens ein Teil der auftreffenden Schrote noch genügend Energie besitzen, um relevante Komponenten tatsächlich zu beschädigen.
Deshalb kombiniert AD-LER:
ca. 350 Schrote + 2,7 mm Durchmesser + Wolfram + 34 g Ladung + 405 m/s.
Kleinere Schrote würden zwar eine noch dichtere Garbe erzeugen, besitzen aber weniger Energie. Größere Schrote besitzen mehr Einzelenergie, erzeugen jedoch eine weniger dichte Trefferverteilung. Genau diese Optimierung unterscheidet AD-LER wesentlich von einer gewöhnlichen Sportschrotpatrone.
Tests verdeutlichen diesen Unterschied. NORMA erprobte die Munition gegen zehn FPV-Drohnen mit unterschiedlichen Angriffsmustern. Berichtet wurde, dass neun von zehn Drohnen getroffen bzw. heruntergeholt wurden. In diesen Versuchen lagen erfolgreiche Bekämpfungsentfernungen typischerweise bei etwa 30 bis 60 Metern, teilweise mit einem Schuss, häufiger innerhalb von drei Schüssen.
Effektive Reichweite: 60 oder 100 Meter?
Hier sollte zwischen Herstellerangabe und realistischer Einsatzdistanz unterschieden werden.
NORMA spezifiziert AD-LER offiziell mit einer effektiven Reichweite von 0 bis 100 Metern. Eine 2026 veröffentlichte Fachquelle nennt außerdem Benelli-Testdaten, nach denen auf 75 m bis zu 25 Wolframschrote ein Mini-UAV-großes Ziel getroffen hätten.
Die praktischen FPV-Versuche zeigen jedoch, dass der besonders relevante Bereich eher bei 30–60 m liegt. Auch neuere Berichte über Demonstrationsschießen nennen etwa 60 m als praktisch wirksame Distanz.
Daher würde ich die Reichweitenangabe so formulieren:
Maximale vom Hersteller angegebene effektive Reichweite: bis 100 m; besonders praxisrelevanter Einsatzbereich gegen kleine FPV-Drohnen: etwa 30–60 m, abhängig von Drohnengröße, Flugbahn, Waffe und Trefferverteilung.
Kombination mit der Benelli M4 A.I. Drone Guardian
Besonders interessant ist AD-LER als Bestandteil des Counter-UAS-Systems rund um die Benelli M4 A.I. Drone Guardian. NORMA empfiehlt diese Waffe ausdrücklich. Beretta Defense Technologies positioniert die Kombination aus spezialisierter Flinte, Zieloptik und Anti-Drohnen-Munition als Nahbereichs- bzw. „Hard-Kill“-Lösung gegen kleine UAVs.
Damit ist AD-LER letztlich keine lediglich mit Wolfram geladene Jagdpatrone, sondern eine auf die Terminalwirkung gegen kleine UAVs optimierte 12/70-Spezialmunition. Ihre wesentlichen Vorteile sind die hohe Anzahl von rund 350 Projektilen, die hohe Materialdichte und Härte des Wolframs, die relativ hohe Anfangsgeschwindigkeit und die auf größere Entfernung ausgelegte Schrotgarbe. Dadurch soll die Lücke zwischen gewöhnlicher Schrotmunition im unmittelbaren Nahbereich und komplexeren elektronischen oder raketenbasierten Counter-UAS-Systemen geschlossen werden.
Eine Verpackungseinheit enthält 25 Patronen. Verkaufspreis je VPE-25 Patronen: € 275,00
Der Erwerb dieser Munition erfordert die Vorlage einer Waffenbesitz- oder Jagdkarte.
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