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Ein Gastbeitrag von
Silvia Geringer

Silvia Geringer

Gunfinder Expertin
Als Waffenfreundin mit Weitblick erfreue ich mich an meiner Tätigkeit als Schießtrainerin. Internationales Denken in Schießpraxis, Recht und der Bezug zur Waffentechnik reichen von der kleinsten FFW über den größten Repetierer - bis zu den Grundlagen militärischer Waffentechnik.

Die AR15 - das Erfolgskonzept einer Langwaffe

Gunfinder Magazin

Sturmgewehre nach der Bauweise eines AR15 sind besonders leicht gebaute Schnellfeuerwaffen und erlangen durch zwei Hauptgruppen ihre Daseinsberechtigung: als Halbautomat im Zivilsektor sowie als vollautomatische Version durch militärische Streitkräfte. Als direkter Nachfolger des AR10 von Eugene Stoner ging aus ursprünglich nur einem patentierten Modell eine große Zahl verschiedener Langwaffen hervor, die sich technische Kernelemente teilen.

Die Geschichte zu diesem Waffentyp trägt wesentlich zum Verständnis bei, weshalb es heute scheinbar so viele verschiedene AR15 Modelle gibt: Das erste Sturmgewehr nach diesem Prinzip entstand im Hause Armalite; die Firma verkaufte ihr Konzept jedoch an Colt Industries. Für jene Waffen, die ab 1963 von Colt verkauft wurden, galt der Sammelbegriff AR15 sowohl für Halb- als auch Vollautomaten; genau genommen lautet die korrekte Bezeichnung für vollautomatische Colt-Sturmgewehre jedoch CAR15 (Colt Automatic Rifle).

Erst recht verwirrend wird es, wenn wir nun noch die Begriffe M16 und M4 ins Spiel bringen. Tatsächlich ist die M16 nichts anderes als die klassische CAR15 von Colt. Als die US Army diese Schusswaffe quasi "adoptierte", benannte sie sie um - die Systematik dahinter blieb aber bestehen. Von Colt selbst wurde der Begriff der AR15 fortan für den Zivilsektor - also für halbautomatische Gerätschaften - weiterverwendet. So fand er Anklang im allgemeinen Sprachgebrauch.

 

Wofür steht AR15 und wodurch ist ein solches Waffenmodell gekennzeichnet?


AR bedeutet konkret Armalite Rifle (der ursprüngliche Hersteller und Systembegründer). Die dahinter stehende Zahl ist eine fortlaufende Modellbezeichnung, wobei die Unterscheidung zwischen halb- und vollautomatischen Modellen unbedingt im Hinterkopf behalten werden sollte. (CAR15)

Umgangssprachlich hat sich für sämtliche Sturmgewehre, die aus dem AR10 hervorgegangen sind, die Nachfolgebezeichnung AR15 eingebürgert; unabhängig davon, mit welchem zusätzlichen Equipment die Waffe ausgestattet ist und ob sie auf halb- oder vollautomatischem Funktionsprinzip basiert.

Bemerkenswert an diesen Langwaffen ist ihr geringes Gewicht: Einst wogen die Geräte etwa 2,7 kg, modernere Ausführungen liegen bei etwa 3,8 kg; das ist der korrosionsbeständigen Aluminiumkonstruktion zu verdanken. Je nach Modell sind die Waffen beliebig durch diverses Zubehör erweiterbar. Einige Typen verfügen auf beiden Seiten des Lower Recievers über sämtliche Bedienelemente wie Sicherungshebel, Magazinauswurf und Verschlussfang, was eine Verwendung für die linke wie die rechte Hand gleichermaßen effizient gestaltet.

 

Welche Ausführungen der AR15 gibt es?


Räumen wir zunächst mit einem Mythos auf: Waffen, die mit dem Hinweis Mil-Tec versehen sind, sind nach verschiedenen industriellen Standards gefertigt. Daraus ergibt sich eine Kompatibilität mit einer Vielzahl an Ersatzteilen und Zubehörelementen, die ebenfalls dieser Spezifikation folgen. Mil-Tec kann übersetzt werden mit "... wurde nach militärischen Spezifikationen gebaut". Das bedeutet aber nicht zwingend, dass eine Waffe auch vollautomatisch ist!

Neben der vollautomatischen CAR15 (kann mit der M16 gleichgestellt werden) ist die zivile AR15 sehr stark vertreten. Bezeichnungen wie M16 oder M4 beschreiben die jeweilige Bauform, während angehängte Kürzel wie A1, A2 oder A4 Ausrüstungsnummern darstellen. Die Standardbauform wurde also um jeweils unterschiedliche Elemente ergänzt oder mit Feinheiten versehen. Bei einer M5F steht das "F" etwa für Freischwinger; einen frei schwingenden Lauf. Eine sogenannte "dynamics"-Ausführung wiederum besticht durch besonders leichtes Gewicht und ist im Vergleich mit anderen Modellen nochmals kompakter. 

Die namhaftesten AR15 Hersteller in der europäischen Privatwirtschaft sind heute Schmeisser, Oberland Arms und Hera Arms; seltener hört man Namen wie Steyr, Ruger und Haenel.

 

Wie funktioniert das AR15-Waffensystem?


Die Konstruktion ist sehr linear gehalten, wodurch von der Mündung bis zum Kolben alles auf einer Achse liegt. Dies minimiert Erschütterungen und überträgt sämtliche Kräfte, die bei der Schussabgabe auf die Waffe einwirken, auf den Körper des Schützen. Die Rotationskräfte, die das Wegdrücken der Mündung aus der Visierlinie verursachen, werden dadurch minimiert.

Ein Teil des antreibenden Gases, der eigentlich das Geschoss beschleunigt, wird bei der Schussabgabe vom Lauf über ein Gasrohr direkt an die Verschlussträgergruppe weitergeleitet (es sei denn, das jeweilige Modell verfügt über einen Gaskolben - dieser ersetzt das Gasrohr). Es landet in der Expansionskammer, wo es Druck auf alle Oberflächen ausübt.

Abgeleitet wird das Gas beim Passieren der sogenannten C-Ringe und der Bohrungen am Verschluss. Erst die Schließfeder, die durch den Druck von der Verschlussträgergruppe zunächst zusammengepresst wurde, manövriert den Verschluss wieder nach vorne. Im Zuge dessen wird die nächste Patrone aus dem Magazin geholt und in den Lauf gebracht.

Der innen liegende Verschluss rotiert um 15 Grad, sobald die Waffe geladen und eine Patrone in den Lauf manövriert wird. Durch die Drehung arretiert er sich selbst in geschlossener Position, damit er dem Druck standhalten kann. Betätigt der Schütze nun den Abzug, rotiert der Verschluss in die entgegengesetzte Richtung und bewegt sich nach hinten. Dadurch wird die leere Hülse ausgeworfen und bei der neuerlichen Vorwärtsdrehung die nächste in den Lauf geladen.

 

Wofür werden Sturmgewehre verwendet?


Haupteinsatzzweck ist die zivile sowie staatliche Verteidigung. Militärische Einheiten haben sie ebenso in Verwendung, wie private Sicherheitsdienstleister. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich semi-automatische Langwaffen nach dem AR15 Prinzip auch in der Prepper-Szene, wo die Fähigkeit, sich und seine Familie zu verteidigen, zur persönlichen Lebenseinstellung gehört. Seltener, aber dennoch findet sich das ein oder andere Modell im Sportsektor.

 

Kann ein Sturmgewehr zur Jagd eingesetzt werden?


Grundsätzlich eignet sie sich für die Jagd nur suboptimal, das macht sie aber noch lange nicht unbrauchbar: Aufgrund ihrer Bau- und Funktionsweise ist sie eher für das einsatztaktische Führen und für eine schnelle, mehrfach hintereinander folgende Schussabgabe gedacht. Diese sollte bei der Jagd aber bestenfalls gar nicht notwendig sein. Eine AR15 Jagd ist daher von eher geringeren Erfolgsaussichten gekrönt.

Je nach Magazingröße kann es vorkommen, dass die Waffe sich nicht stabil am Hochstand auflegen lässt. Außerdem gibt es zum Führen von halbautomatischen Langwaffen bei der Jagd eigene rechtliche Bestimmungen hinsichtlich der Schussanzahl.

Vorteilhaft ist die Kombinierbarkeit mit verschiedenartigstem Zubehör. Dieses ist hier konkret auch erforderlich; denn aufgrund der Magazingröße lassen sich Sturmgewehre ohne Zweibein oft nicht gut stabilisieren; für die Exaktheit beim Treffen ein großer Nachteil. Dafür ist sie aber deutlich einfacher zu führen als beispielsweise eine schwergewichtige Repetierbüchse.

 

Wer darf in Deutschland ein halbautomatisches Sturmgewehr besitzen oder führen?


Der Besitz ist nur mit einer grünen Waffenbesitzkarte (WBK) bzw. einem Jagdschein erlaubt. Sowohl von Jägern als auch Sportschützen ist das Dokument nachzuweisen und die Waffe muss auf die WBK des Besitzers registriert sein. 

Für Jäger gilt, dass sie zusätzlich zu ihrer WBK einen gültigen Jagdschein vorzuweisen haben, sofern eine halbautomatische Langwaffe zu jagdlichen Zwecken verwendet wird. Der Jagdschein berechtigt auch zum Führen im eigenen Revier, jedoch dürfen sich dann höchstens drei Patronen im Magazin (Wechselmagazin) befinden. Für Faustfeuerwaffen gilt diese Beschränkung nicht.

 

Wodurch unterscheidet sich ein ziviles AR15-System von militärischen AR15/M16-Typen?

Rein äußerlich wirken zivile und vollautomatische Sturmgewehre identisch. Im Interieur unterscheiden sie sich jedoch unter anderem durch den Hammer- und Abzugsmechanismus. Einige Elemente, wie der interne Lower Receiver sowie der ebenfalls innen liegende Verschluss weisen zum Beispiel eine unterschiedliche Fräsung im Vergleich zum Vollautomaten auf; dadurch wird sichergestellt, dass die Zündmechanismen nicht ausgetauscht werden können und der Halbautomat auch ein solcher bleibt. 

Vollautomatische AR15-Sturmgewehre verfügen über einen dreistufigen Drehfeuerwähler. Der Schütze kann durch den Regler seinen gewünschten Schussmodus wählen: halbautomatisch, vollautomatisch oder Dreischuss, sofern die Waffe nicht gerade gesichert ist. Weitere Unterschiede zwischen verschiedenen Waffen finden sich beim jeweiligen AR15 Kaliber.

Für den Waffenbesitzer sind diese Funktionen und Eigenschaften die wesentlichsten, um zu wissen, welche Waffe konkret vor ihm liegt. Daneben gibt es baulich aber noch eine Vielzahl weiterer Feinheiten, deren Wissen bereits die Tore zur Büchsenmacherei öffnet und in dem ein oder anderen Vergleichstest schon auf die Probe gestellt wurden.

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