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Wege zum Jagdschein

Jagen lernen liegt auch im Corona-Jahr 2020 voll im Trend- nachdem im März die meisten Schulen ihren Lehrbetrieb aussetzen oder auf Online-Lehre ausweichen mussten, haben die meisten Jagdschulen ihren Betrieb wieder aufgenommen. Dies hat seinen Grund: Inzwischen kommen in Deutschland  jedes Jahr doppelt so viele Jungjäger hinzu wie noch zehn Jahre zuvor.  Dafür gibt es viele Gründe: Jagen ist eine nachhaltige Beschäftigung und dient vielen Jägern in unserer Zeit auch als Entschleunigung, als naturverbundener Gegenpol zum hektischen Alltag. Bevor man sich allerdings das erste mal auf Jagd begeben kann, stellt sich als erste Hürde die Jägerprüfung und damit die Frage, wie man sich am besten zum Jäger ausbilden lassen kann. Im Folgenden die wichtigsten Fragen zum Jagdschein und vor allem dazu, wo man den Kurs findet, der am besten zu einem passt:

Was kostet der Jagdschein?

Der Kurs zur Jägerprüfung kostet etwa 1500 -3000 Euro, je nachdem für welchen Ausbildungsanbieter und welches Kursmodell  sich der angehende Jungjäger entscheidet. Schulen, die kurze, komprimierte Intensivkurse anbieten sind meistens etwas teurer als traditionelle Ausbildungstätten wie Verbände, Kreisjägerschaften oder Vereine, deren Abendkurs die sich allerdings auch über mehrere Monate erstrecken. Neben der Ausbildung ist eine Jagdhaftpflichtversicherung abzuschließen (ca 80 Euro für drei Jahre), pro Jahr kostet der Jagdschein außerdem ca. 70-90 Euro bei der Unteren Jagdbehörde.

Welche Kurse zum Jagdschein gibt es?

Zwar ist es nicht in allen Bundesländern Pflicht, trotzdem empfiehlt es sich sehr, zur Vorbereitung auf die Jägerprüfung einen Kurs an einer Jagdschule oder bei einer Kreisjägerschaft zu belegen. Die meisten Jagdschulen bieten verschiedene Kurse an,  z.B. sogenannte Kompaktkurse, welche sich über einen Zeitraum von 3 - 4 zusammenhängenden Wochen erstrecken.  Als Alternative gibt es zum Beispiel Wochenendkurse, bei welchen der Unterricht über die Wochenenden von ungefähr drei Monaten stattfindet. Traditionelle Ausbildungsstätten wie Kreisjägerschaften bieten in der Regel Abendkurse an, die bis zu einem Jahr dauern können, allerdings auch sehr praxisnah sind. Gerade durch Corona waren viele Jagdschulen in den vergangenen Monaten zu Flexibilität gezwungen, inzwischen werden auch viele Kurse online oder als Blocks angeboten.

Wie läuft die Ausbildung zum Jagdschein ab, wieviel Aufwand ist dafür notwendig?

In den meisten Bundesländern ist  ein minimaler Umfang  an Unterrichtsstunden und an praktischer Schießausbildung vorgeschrieben. So sind es beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern 130 Unterrichtsstunden, die absolviert werden müssen, um zur Prüfung zugelassen zu werden. Das vom Deutschen Jagdverband empfohlene Minimum beträgt 100 Stunden Theorieausbildung. Die Ausbildung findet zum Großteil durch theoretischen Unterricht in der Jagdschule statt, das Schießtraining auf dem Schießstand. Da Jagen jedoch ein praktisches Handwerk ist, ist es wichtig, dass auch praktische Einheiten im Lehrplan inbegriffen sind. Beispielsweise das Bauen von Hochsitzen oder das Aufbrechen von Wild sollte unbedingt auch durch praktische Anwendung erlernt werden, oder zumindest ein Eindruck vermittelt werden. Tatsächlich gibt es Jagdschulen, bei welchen das praktische Aufbrechen im Unterricht nicht vermittelt wird.

Welche Ausbildungsinhalte werden vermittelt?

Die Jägerprüfung wird umgangssprachlich oft als "Grünes Abitur" genannt- Der Grund ist der große Umfang der Inhalte, die bei der Jägerprüfung und der späteren Jagdausübung von den Jägern berherrscht werden zu müssen, um sich konstruktiv in die Natur einbringen zu können. Sehr wichtig ist zunächst die Schießausbildung und die Waffenkunde, bei welcher neben der Waffentechnik vor allem rechtliche Themen im Fokus stehen. Des Weiterenwerden Sicherheitsbestimmungen, Pflege und die richte Aufbewahrung vermittelt. 

Neben dem sachgemäßen Umgang mit Waffen sind für Jäger Kenntnisse in folgenden Fächern essentiell:

Allgemeine Wildbiologie: Fachwissen über die verschiedenen in Deutschland lebenden Tierarten, ihr Lebensraum, Naturschutz und Ökologie, außerdem über die Pflanzenwelt und den vom Wild belebten Lebensraum.

Fleischverwertung und Wildkrankheiten: Jäger müssen wissen, wie das Wild nach dem Schuss zu verwerten ist und welche Hygienestandards dafür eingehalten werden müssen. Außerdem ist es wichtig Wildkrankheiten erkennen zu können um einerseits ihre Verbreitung eindämmen zu können, andererseits um nur einwandfreies Wildfleisch in den Umlauf zu bringen.

Hundewesen: Welche Hunde werden wie jagdlich eingesetzt? Wie sind sie zu halten, auszubilden und zu erziehen? 

Recht: Für Jäger lebensnotwendig ist fundiertes Wissen bezüglich des Jagdrechts und des Tierschutzes. Wo darf gejagt werden und unter welchen Bedingungen? Welche Verantwortungen liegen beim Jäger für das von ihm bejagte und geschützte Revier?

Jagdpraxis: Jagdschüler lernen, welche Jagdarten es gibt und welche Ausrüstung dafür erforderlich ist, wie sie  Wild zu hegen haben und welches Wild erlegt werden darf. Dazu gehört auch die Organisation von Gesellschaftsjagden.  Außerdem werden jagdliche Traditionen vermittelt- Jagen ist ein sehr altes Handwerk mit einem reichen Spektrum an Bräuchen und Traditionen, die es zu erhalten lohnt. In diesem Sinne gehört auch die Waidgerechtigkeit zum Jagen. Also das respektvolle, traditionsbewusste und vor allem sichere Jagen.

Für viele, die sich für die Jagd zu interessieren beginnen, ist der Umfang der Lerninhalte zunächst abschreckend - davon sollte man sich jedoch nicht entmutigen lassen. Die Kurse sind so ausgelegt, dass der Stoff verinnerlicht werden kann. Für viele Jagdschüler ist die Zeit ihrer Ausbildung eine horzizont- und weltbild erweiternde Zeit, die sie genießen und an die sie sich später gerne zurück erinnern.

Wie geht es nach der bestandenen Jagdprüfung weiter?

Neben der bestandenen Jägerprüfung ist ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis und der Nachweis über eine abgeschlossene Jagdhaftpflichtversichrung erforderlich. Die Jagdhaftpflichtversicherung lässt sich online bei den meisten gängigen Versicherungsanbietern abschließen. Um erforderliche Zuverlässigkeit des Jagdscheinanwärters zu überprüfen, kontrolliert die untere Jagdbehörde das polizeiliche Führungszeugnis, welches sie selbstständig anfordert. Die Dauer des Überprüfungsprozess variiert von Bundesland zu Bundesland  und kann bis zu 3 Monate dauern.

Unser Tipp: Den Jagdschein noch vor bestandener Jägerprüfung beantragen, dann kann der Schein schon kurz nach bestandener Jägerprüfung gelöst werden.

Wozu berechtigt der Jagdschein?

Der Jagdschein berechtigt allgemein zur Ausübung der Jagd, vorausgesetzte eine Jagdgelegenheit ist vorhanden. In Deutschland ist man erst nach Abschluss des dritten vollständigenJagdjahres pachtfähig, daher ist entweder eine Eigenjagd erforderlich oder ein Begehungsschein- erst durch diese Voraussetzung darf man als Jungjäger jagen gehen. Eine andere beliebte Möglichkeit ist die Teilnahme an Gesellschaftsjagden.

Der Jagdschein berechtigt außerdem grundsätzlich zum Besitz von Waffen (wobei hierfür noch eine Waffenbesitzkarte erforderlich wird), als auch diese im Zusammenhang mit der Jagd zu führen. Das kann einerseits in einem Jagdrevier, andererseits auch auf dem Schießstand der Fall sein.

Die meisten Jagdschulen integrieren in den Kurs des Weiteren die Ausbildung zur "kundigen Person" - eine Zusatzzertifikiat welches befähigt, Wildfleisch zu prüfen und in den Handel zu geben.

Wozu berechtigt der Jagdschein nicht?

Der Jagdschein ist nicht mit dem Waffenschein gleichzusetzen. Ein Waffenschein ermöglicht es dem Inhaber in der Öffentlichkeit eine Waffe zu tragen, zum Beispiel zum Selbstschutz. Dies ist Jägern ausdrücklich verboten! 

Wo finde ich den passenden Kurs?

Auf unserer Seite Jagdschulen.org sind nahezu alle Kurse in Deutschland aufgelistet und durch diverse Filterfunktionen so durchsuchbar, dass der richtige Kurs mit wenigen Klicks gefunden werden kann.